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Unterwasserpipelines in der Schweiz

Kunde / Projekt: Kantone Zürich, Zug und Schwyz
Produkt: Leitungsrohre für Gas
Abmessung (mm) / Stahlgüte: 273,0 x 10,0 / St 37.0
Menge: 6+3 km
Umhüllung / Auskleidung: PE
Lieferjahr: 2006
Besondere Merkmale: Seeverlegung, 140 Meter Tiefe


Im Jahr 2005 hat in der Schweiz ein ehrgeiziges Projekt begonnen. Der Anschluss der Innerschwyz (Zentralschweiz) an das Erdgasnetz. Dazu haben sich die Energieversorger aus den Kantonen Zürich, Zug und Schwyz zusammengetan.

Das Projekt umfasst Landleitungen, Seeleitungen und auch den Anschluss neuer Versorgungsgebiete rund um Zug. Die größte Herausforderung dabei ist die Erstellung zweier Seeleitungen. Eine 3km lange Pipeline durch den Lauerzer See wurde im Januar 2006 verlegt. Die Verlegung im Winter hat den Vorteil, dass der See sehr ruhig ist. Die Bauarbeiten mussten jedoch kurz unterbrochen werden, als der See bei eiskalten Temperaturen zufror.

Die zweite Seeleitung wird bis Ende August 2006 durch den Zugersee gebaut. Bei beiden Seequerungen kamen Rohre von Salzgitter Mannesmann Line Pipe zum Einsatz mit der Abmessung 273,0 x 10,0. Die Rohre der Güte St 37.0 haben eine PE-Umhüllung und sind zusätzlich mit einer verstärkten Faserzement-Ummantelung geschützt. In dieser Material-Kombination bringen die Rohre das nötige Gewicht mit, um dem Auftrieb entgegen zu wirken. Gleichzeitig muss der Rohrstrang den Zug- und Biegebeanspruchungen beim Absenken auf den Seegrund standhalten. Dafür ist hochwertiges Rohrmaterial aber auch das Know-how eines geeigneten Verlegers notwendig. Die Erfahrung, um eine Leitung in 140m Tiefe und bei widrigen Geländebedingungen in den Zugersee zu versenken, haben nur wenige. Die Firma Josef Muff AG (im Internet unter http://www.muff.ch zu erreichen), die eine Jahrzehnte lange Erfahrung bei der Verlegung von Pipelines unter extremen Bedingungen hat, wurde dafür beauftragt.

Jeweils 8 Rohre mit 16m Einzellänge wurden an Land zu einem Strang von 128m zusammengeschweißt. Dann wurden diese Leitungsabschnitte mit Schwimmkörpern auf den See gezogen. Die einzelnen Stränge wurden auf einem Schwimmponton im See zur endgültigen Pipeline verbunden. GPS-Positionierung, Taucher, Messboote, Kameraüberwachung und vor allem erfahrene Fachleute waren die Voraussetzung, um unter Einhaltung des elastischen Biegeradius die Leitung in der gewünschten S-Form in den Seegrund einzubetten. Bei dieser Arbeit darf kein Fehler passieren, sonst ist die komplette Leitung verloren. Ein enger Zeitplan ist einzuhalten, um den Touristen, Wassersportlern und der Bevölkerung Ihren See wieder zurück zu geben. Der Betrieb einer professionell verlegten Seeleitung ist die sicherste, umweltfreundlichste Art des Gastransportes ohne Flächenverbrauch. Gut, dass die Schweizer so viele Seen haben.



 
Rohre verlegen zwischen Bergen und Seen
Rohre verlegen zwischen Bergen und Seen